Klingt langweilig und abgedroschen? Nicht bei uns!

Gegen Ende des letzten Jahres entfachte sich eine spannende Diskussion über Werte. Die Idee dahinter: ein gemeinsames Wertebild für unser Unternehmen zu finden. Denn synyx ist die letzten Jahre kontinuierlich gewachsen, weswegen sich die alten Unternehmenswerte verändert haben. Es war uns wichtig zusammen unsere Werte zu reflektieren.

Doch wofür diesen ganzen Aufwand?

Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  1. In der täglichen Arbeit miteinander werden zahlreiche Entscheidungen getroffen. Die Grundlage hierfür sind konkrete Werte. Müssen wir eine unternehmerische Entscheidung für oder gegen einen Kunden treffen, prüfen wir individuell, ob der Kunde in unser Wertesystem passt. Da uns beispielsweise soziale Verantwortung am Herzen liegt, arbeiten wir nicht mit Waffenunternehmen zusammen. Mit Hilfe der Wertediskussion wird Transparenz in solchen Entscheidungsprozesse geschaffen.
  2. Aber nicht nur bei der Auswahl neuer Kunden, sondern auch neuer Mitarbeiter stellt sich die Frage, ob diese mit ihren Werten zu unseren Werten passen. Infolge sehr unterschiedlicher Werte kann es zu Konflikten innerhalb des Unternehmens kommen.
  3. Die Annahme, dass Unternehmenswerte einmal formuliert für immer so bleiben, widerspricht unserer Erfahrung. Mit der Zeit wandeln sich aufgrund verschiedener Einflüsse diese Werte. Die Frage, was dieser Wandel der Werte für uns bedeutet, ob er gut oder schlecht ist, beleuchten wir in regelmäßigen Abständen. Denn nur dadurch ist es uns möglich, proaktiv den Kurs zu verändern. Wenn wir diese Tatsache jedoch missachten, laufen wir Gefahr, dass sich Werte verfestigen, die unserem Unternehmen schaden. Denn Werte entscheiden auch, wie wir uns untereinander Verhalten und wie wir interagieren. Die Summe dieser Verhalten spiegelt sich in der Firmenkultur wieder. So gesehen sind Werte das Fundament jeder Kultur. Entsteht zum Beispiel eine Kultur der Unzufriedenheit, kann dies oft ein Zeichen dafür sein, dass sich Werte verändert haben.

Der Wertediskurs im synyx-Style:

Typischerweise finden solche Diskurse hinter verschlossenen Manager-Türen statt. Das Ergebnis wird dann der ganzen Belegschaft präsentiert. Wir haben uns für einen anderen Weg entschieden. Einen Weg, der durch seine intensive und lebhafte Diskussion sehr zeitaufwändig ist. Denn eine Diskussion über Werte bietet eine gute Möglichkeit, dass sich alle bei synyx daran beteiligen können. Dadurch hat jeder die Chance zu einem gemeinsamen Wertebild zu stehen.

Genau dieses Vorgehen an den Wertediskurs zeigt einen Teil unserer Werte, die wir hier bei synyx leben: Individualität, Mitbestimmung und Offenheit. Wir sind anders und stehen dazu. Uns ist es wichtig, dass jeder gehört werden kann. Dabei bildet eine offene und ehrliche Kommunikation den Grundstein unserer Zusammenarbeit.

Nun die interessante Frage: Wie haben wir bei synyx den Wertediskurs geführt?

Ganz einfach: pragmatisch. Indem sich alle an einen Tisch setzten und miteinander diskutierten, konnte sich ein offener Diskussionsraum entfalten. Um den Rahmen nicht zu sprengen, wurde die Diskussion von Moderatoren begleitet. Für den Diskussionsinhalt durfte jeder Werte aufschreiben, die für ihn bei synyx wichtig sind. Diese Werte wurden währenddessen gesammelt. Da einige Werte ähnlich oder gleich waren, wurden sie anschließend geclustert. Um die Werte jedoch sinnvoll clustern zu können, musste die Bedeutung der jeweiligen Werte geklärt werden. Denn Werte wie Respekt, Eigenverantwortung oder Engagement bieten viel Platz für Interpretation. Die Klärung der Bedeutung ist notwendig und herausfordernd zugleich. Denn erst dadurch werden aus abstrakten Werten ein greifbares und konkretes Werteverständnis. An dieser Stelle findet bereits ein großer Teil der Wertschöpfung des Wertediskurses statt.
Als Ergebnis dieser mehrstündigen Diskussion entstanden aus über 100 Zetteln mit Werten 30 Werte-Cluster.

Einige Tage später setzten wir den Workshop fort. Im zweiten Teil fokussierten wir uns auf die 30 Cluster, um diese "einzudampfen". Die Schwierigkeit dieser Arbeit bestand darin, auf einen Teil der Werte zu verzichten. Die Fähigkeit, sich gemeinschaftlich auf die wesentlichen Werte zu konzentrieren und zu einigen, bildete den Mehrwert dieser Diskussion. Am Ende kristallisierten sich neun Werte-Cluster aus. Diese neun Werte wurden anschließend zusammen priorisiert. Denn je nach Entscheidung, müssen Werte gegeneinander abgewogen werden. Zum Beispiel kann eine Entscheidung zu Gunsten des Wertes der Kundenzufriedenheit getroffen werden, jedoch kurzfristig die Mitarbeiterbegeisterung einschränken. Mit Hilfe einer Priorisierung wird Transparenz und Klarheit in diesen Prozess geschaffen.
Damit wertvolle Diskussionsergebnisse aus den Workshops nicht verloren gehen, wurden im letzten Schritt die Werte beschrieben. Ebenfalls wurde für jeden Wert ein aussagekräftiger Satz formuliert, der den Wert greifbar und fühlbar macht. Diese Werte sollen natürlich nicht in irgendwelchen Schubladen vergammeln, sondern für alle sichtbar sein. Deshalb werden wir sie an einer unserer Wände im Büro visualisieren lassen. Der erste Entwurf kann bei uns besichtigt werden (siehe Fotos unten).

Komm vorbei und lass dich inspirieren 🙂

Wer sich für weiterführende Literatur interessiert:
Buch: Michael Loebbert, Kultur entscheidet: kulturelle Muster in Unternehmen erkennen und verändern, Springer Gabler 2015
Paper: Dr. Bernhard v. Guretzky, Werte im Unternehmen, 2006
Promotion: Sandra Niedermeier, Wertebildung im Unternehmen: Theoretische Grundlagen und Implementation, 2014

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