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Die JAX 2012 war durch ihren (für uns) günstig gelegenen Veranstaltungsort in Mainz mit einer Anfahrtszeit von unter zwei Stunden ein leicht zu erreichendes Ziel und daher entschloss auch ich mich an der Konferenz teilzunehmen. Eine Unterkunft hatte ich mir auch schnell besorgt, da ein alter Freund von mir in Mainz wohnt. Ich hatte mich für den JavaEE Workshop von Adam Bien am Montag entschieden und wollte dann noch den ersten Tag der Hauptkonferenz am Dienstag besuchen. Da dies meine erste Konferenz war, war ich sehr gespannt, was mich erwarten würde.

Montag

"Java EE: einfacher ist unmöglich" mit Adam Bien

Obwohl wir bei synyx nicht mit JavaEE arbeiten, sondern in erster Line auf Spring aufbauen, erwartete ich einige wertvolle Erkenntnisse aus dem Workshop mitnehmen zu können. Zum einen wurde mir Adam Bien als ein sehr pragmatischer und praxisnaher Redner empfohlen und zum anderen sollte man als Softwareentwickler neben den Frameworks, die man selbst verwendet, auch immer die Alternativen im Auge behalten. Von Adam Bien als Leiter des Workshops war ich schnell überzeugt. Man merkte sofort, dass er ein hohes Maß an technischem Know-how und Projekterfahrung mitbringt und er versteht es durch einen lockeren und offenen Vortragsstil sein Wissen an seine Zuhörer weiterzugeben. Nicht zuletzt sind es auch seine pragmatischen und teilweise recht provokanten Ansichten, welche seine Vorträge interessant machen. So bekam ich an diesem Tag viele interessante Denkanstöße und musste auch einige meiner Ansichten überdenken. Ein Beispiel war hier etwa die Nutzung von externen Libraries immer konsequent nach ihrer Notwendigkeit und dem tatsächlichen Nutzen für das Projekt zu hinterfragen und im Zweifelsfall immer auf zusätzliche Abhängigkeiten zu verzichten. Die konkreten JavaEE Themen brachten mir zwar weniger relevante Erkenntnisse als ich anfangs gehofft hatte, aber ich konnte trotzdem einige Ideen für konkret anstehende Probleme in unseren Projekten übernehmen. Ein Problem während des Workshops war das hohe Vortragstempo. Zwar konnte ich ihm stets folgen und meist alles nachvollziehen, allerdings dauerte es immer eine Weile bis ich das Gesagte so weit nachvollziehen konnte, dass ich mir Konsequenzen und entsprechende Fragen dazu überlegen konnte. Da wir bis dahin meist schon längst bei einem ganz anderen Thema angelangt waren, wurden relativ wenig Fragen gestellt, obwohl Adam Bien ständig für solche offen war. Praktisch war hier allerdings, dass er den Code, den er während des Workshops mit uns entwickelte, sofort Online stellte und auch in den Pausen für Fragen zur Verfügung stand.

Dienstag

Der Dienstag startete mit einer offiziellen Begrüßung der Teilnehmer zur Hauptkonferenz und der anschließenden Keynote von Dennis Leung. Nach dem aus meiner Sicht etwas trägen Vortrag freute ich mich auf einen weiteren Vortrag von Adam Bien zum Thema Stresstests. Dieser gefiel mir auch inhaltlich sehr. Zum einen beleuchtete Bien den Umgang mit Unittests und prangerte an, dass in vielen Unternehmen nur die reinen Prozentzahlen für Codeabdeckung betrachtet würden und nicht darauf geachtet würde, die tatsächlich kritischen Stellen im Code zu testen. Zum anderen ging er auf die Vorteile von regelmäßigen Stresstests ein und warum diese schon beim Start eines Projekts viele wichtige Erkenntnisse bringen können. Während die naive Betrachtung von Codeabeckung für synyx kein Thema sein dürfte, hoffe ich meine gewonnen Erkenntnisse zu Stresstests in meine aktuelle Projektarbeit einbringen zu können. In den Pausen hatte ich die Gelegenheit mir die unterschiedlichen Stände der anwesenden Unternehmen anzuschauen und mehr als einmal wurde ich mit Einstellungen und Philosophien konfrontiert, mit denen ich mich gar nicht anfreunden konnte. Die wichtigste Erkenntnis für mich war hier: Ich bin froh, dass ich bei synyx arbeite! Ein Highlight an diesem Tag war dann der Vortrag über Big Data von Chris Blessington im Rahmen der Key Note nach dem Mittagessen (welches übrigens wie die gesamte Verpflegung während der beiden Tage sehr gelungen war). Obwohl hier wenig technisches Wissen vermittelt wurde, war der Vortrag für mich eine sehr gute Einführung in eine Thematik, mit der ich mich bisher noch kaum befasst habe. Außerdem waren die vorgestellten Möglichkeiten und Visionen mit Big Data sehr beeindruckend. Anschließend besuchte ich den Vortrag von Michael Plöd und Olaf Siefart zum Thema "Best Practices für große Wicket-Anwendungen", welcher der Hauptgrund für meine Teilnahme an diesem Konferenztag war. Wir setzen Wicket in unserem aktuellen Code-Clinic Projekt ein und daher konnte ich einige nützliche Hinweise für unsere tägliche Arbeit mitnehmen. Mein letzter Vortrag für diesen Tag war "Java Persistence: Standard meets Reality" von Arne Limburg. Leider hatte ich übersehen, dass dieser Vortrag Teil des JavaEE days war und daher wenig allgemeine Informationen zu JPA enthielt. Trotzdem war es auch hier interessant den Vergleich zur Nutzung von JPA in Spring und JavaEE zu sehen.

Fazit

Die JAX war auf jeden Fall eine sehr interessante Erfahrung für mich und ich freue mich schon auf meine nächste Konferenz. Ich habe viele Eindrücke zu Themen sammeln können, von denen ich vorher noch kaum etwas gehört habe. Besonders intensiv war hierbei der Einblick in die JavaEE Welt, was mir vor allem eine andere Sichtweise auf das von uns eingesetzte Spring Framework eröffnete. Trotzdem war meine Themenauswahl hier wohl etwas ungünstig, da in den JavaEE Vorträgen sowie im Workshop doch sehr viele Details vorgestellt wurden, die für meine tägliche Arbeit kaum relevant sind. Dennoch konnte ich auch für die konkret anstehenden Probleme in unserem Projekt durch die Vorträge von Adam Bien und den Vortrag über Best Practices mit Wicket einige Ideen sammeln, was mich die JAX 2012 schlussendlich als Erfolg verbuchen lässt.



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